Am 20.02.2022 war Tag der „sozialen Gerechtigkeit“. Der Tag wurde im Jahr 2009 das erste Mal von den Vereinten Nationen ausgerufen. Auch wenn sich die Geister bezüglich einer Definition von sozialer Gerechtigkeit bzw. Ungerechtigkeit streiten, möchten wir dir heute kurz vorstellen, welchen Beitrag wir dazu leisten, um uns für soziale Gerechtigkeit stark zu machen. In erster Linie tun wir das, indem wir uns für Bildungsgerechtigkeit und soziale Teilhabe in unseren zahlreichen Projekten und Programmen in Berlin und Brandenburg einsetzen.

 

Genauer vorstellen möchten wir dir heute das Programm „LernBrücken“, der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, gefördert durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin. Als Bildungsträger unterstützen wir im Rahmen des Programms seit dem Jahr 2020 Schüler*innen an verschiedenen Berliner Schulen. Durch die pandemiebedingten teilweisen und kompletten Schulschließungen haben viele Schüler*innen gelitten. Besonders betroffen sind dabei Kinder und Jugendliche, die in Risikolagen aufwachsen und nur wenig Hilfestellung beim Lernen im häuslichen Umfeld erhalten. Ebendiese unterstützen wir in den Schulen gezielt in Kleingruppen, beim Lernen sowie sozial und emotional. Unsere studierenden Honorarkräfte, die die Angebote umsetzen, sind für die Schüler*innen über die Zeit wichtige Ansprechpersonen geworden.

 

Yemen unterstützt als Teamer und Lehramtsstudent eine dieser Lernbrücken. Wir dürfen in einem Interview einen Einblick in seine Arbeit gewinnen:
Yemen Güngören_Teamer

wortlaut: “Wo liegt der Fokus der Lernbegleitung der Schüler*innen?”

Yemen: “Der Fokus liegt für mich vor allem darin, die Kinder individuell und angepasst an ihren Bedarf zu unterstützen. Besonders wichtig dabei ist mir die Beziehungsarbeit zu den Kindern, um für diese in nahezu jeder Hinsicht dazu sein. Die Kinder sollen neben den schulischen Belangen auch darüber hinaus durch individuelle Gespräche unterstützt werden, welche im normalen Schulalltag aufgrund mangelnder Zeit untergehen würde. Ziel ist es, dass die Kinder Spaß am Lernen finden und dass sie verstehen, das Schule nicht nur eine Bildungseinrichtung ist, sondern auch ein sozialer Ort.”

wortlaut: Wie sieht soziale und emotionale Unterstützung konkret aus?”

Yemen: “Soziale und emotionale Unterstützung spiegelt sich bei mir vor allem durch die individuellen Gespräche mit den Kindern wieder. Auch das gemeinsame Unternehmen von Aktivitäten (wie, gemeinsames Arbeiten an Aufgaben oder Spielen) ist hierbei für mich sehr wichtig. Die Kinder sollen neben dem schulischen Personal in mir eine vertrauensvolle Bezugsperson finden können. Darüber hinaus trainiere ich mit den Kindern die Kompetenz zur Selbstreflexion durch regelmäßige Reflexionsgespräche, wodurch auch das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt werden soll.”

wortlaut: “Wie trägt das Projekt für dich zu sozialer Gerechtigkeit/ Bildungsgerechtigkeit bei?”

Yemen: “Gerade Kinder aus sozioökonomisch schwachen Haushalten profitieren von diesem Projekt, da diese eine weitere Bezugsperson finden, die sie auch über schulische Belange hinaus unterstützt. Weiterhin finden die Kinder durch dieses Projekt eine große Unterstützung im schulischen Kontext, welche ansonsten aufgrund der fehlenden Zeit untergehen würden. Auch gemeinsame Aktivitäten oder die Selbstwirksamkeit der Kinder werden hierdurch besonders stark gefördert.”